Vom Funken zum Feuer

Das praxisorientierte Seminar „’Vom Funken zum Feuer’ Werkstattseminar zu Erfahrungen mit prähistorischen Methoden der Feuererzeugung“ wurde von Dr. Henning Schüler von der Universität Siegen geleitet. Innerhalb der Gemeinschaftsveranstaltung der Abteilungen Sachunterricht handelte es sich um ein Studienangebot im Rahmen des Forschungs- und Nachwuchskollegs „Umweltbildung in der Grundschule im Kontext nachhaltiger Entwicklung“.

Das Werkstattseminar zum Fragenkomplex „Archäologie und Nachhaltigkeit“ verdeutlichte, dass eine Bildung für nachhaltige Entwicklung nicht nur das Eingebettetsein des Lebens in den Kosmos thematisiert, sondern zugleich die Einheit der Menschheit und die Vielfalt der Kulturen bewusst machen sollte. Dass prähistorische Vielfalt und vor allem der Erfahrungsreichtum der Menschheit Schülerinnen und Schülern anhand der Archäologie nahegebracht werden könne, betonte Neil Postman im Rahmen seiner Erzählung vom „Raumschiff Erde“:

Diejenigen, die heute das Raumschiff Erde bemannen, brauchen eine gründliche Kenntnis der Mannschaften der Vergangenheit. Schließlich werden sie in 3000 Jahren auch einmal Sumerer sein, und ihre Leistungen und Fehler werden von den Mannschaften der Zukunft einmal ausgewertet werden. So könnte ein Gefühl für die Kontinuität der menschlichen Existenz auf dem Planeten Erde entstehen.

(Neil Postman: Keine Götter mehr. Das Ende der Erziehung. Berlin: Berlin-Verlag. 1995)

 

Mit meisterhafter Lehrkunst verstand es Dr. Henning Schüler, ausgehend von der kritischen Analyse didaktischer Materialien, das Können und die Kunst des Feuermachens zur gemeinsamen Erfahrung und zum persönlichen Lernweg werden zu lassen. Ohne Funken kein Feuer! – Die Leistung vergangener Generationen ohne Streichhölzer, Feuerzeug und Elektrizität wurde offenbar – aus dem Funken entstand Feuer. Am gezielten und kontrollierten  Umgang mit dem Feuer lassen sich Leistungen und Fehler der Nutzung des Feuers messen.

Prof. Dr. Waltraud Holl-Giese

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