Teilprojekt 1:

Dr. Werner Riess

Bildung für eine nachhaltige Entwicklung im Kontext der Primarstufe

Wirkungen variierter Unterrichtstreatments auf das Denken und Handeln von Schülern der Klasse 3.

 

In Rahmen des des FuN-Kollegs „Umweltbildung“ wurden in dem Habilitationsprojekt von Dr. Rieß die Wirkungen unterschiedlicher Unterrichtskonzepte auf das umweltbezogene Denken und Handeln von Schülern der Klasse 3 untersucht werden. Die übergeordnete Fragestellung der empirischen Untersuchung kann so formuliert werde: Mit welchen Unterrichtsmethoden können Schüler und Schülerinnen am besten zu einem umweltgerechtem Handeln in der Schule motiviert werden?

Um diese Frage beantworten zu können, wurden zunächst verschiedene Unterrichtskonzepte entworfen und getestet. Ein Versuchslehrer wurde ausfindig gemacht, um in allen beteiligten Versuchsklassen den Unterricht durchzuführen. Es wurden anschließend 3 Schulen mit je 3 dritten Klassen ausgewählt. Die Schulen unterscheiden sich stark in ihrem jeweiligen Einzugsgebiet . Hier spielt die Überlegung eine Rolle, dass die Effekte von Unterrichtsmethoden ja auch von der Schülerschaft abhängig sein können. Kann es ein, dass sich Schüler, welche aus einem großstädtischen sozial schwierigem Umfeld entstammen, sich in ihrem umweltbezogenen Denken und Handeln im vornherein von Schülern aus einer ländlichen Gemeinde unterscheiden? Reagieren sie anders auf den umweltbezogenen Unterricht als Schüler aus einem anderen Lebensumfeld?

Nach einer Voruntersuchung wurden die Versuchsklassen auf der Grundlage der unterschiedlichen Unterrichtskonzepte unterrichtet. Ob und wie sich der jeweilige Unterricht auf das umweltbezogene Handeln der Schüler und Schülerinnen auswirkt, wird über zwei Beobachtungen erhoben. Die erste Beobachtung erfolgt eine Woche, die zweite Beobachtung 13 Wochen nach dem Unterricht. Gerade mit Hilfe der zweiten Beobachtung kann festgestellt werden, ob eventuell entstandene umweltrelevante Verhaltensbereitschaften auch relativ dauerhaft sind.

In einer nachgeordneten Fragestellung geht es darum,  Kinder als Akteure in den Blick zu bekommen, die in alltäglichen umweltrelevanten Anforderungssituationen ganz spezifische Verarbeitungs- und Denkmuster besitzen und gemäß dieser Muster ihr Handeln bestimmen. Was aber denken Kinder wenn sie in entsprechenden Anforderungssituationen handeln?

 

Es wurde im Rahmen dieser Studie deshalb auch versucht, die subjektiven Sichtweisen der Schüler und Schülerinnen von umweltbedeutsamen Handlungen zu erfassen. Hierzu wurden mit ausgewählten Kindern Interviews durchgeführt.

In einem ersten Teil wird den Kindern eine Videoaufnahme gezeigt, in der sie sich während des Unterrichtsvormittags in einer umweltrelevanten Anforderungssituation befunden haben. Welche Gedanken haben sie in dieser Situation in ihrem Handeln geleitet? Waren sie sich bewusst, dass ihr Handeln umweltbedeutsam war?

Im zweiten Teil des Interviews wurde der Versuch unternommen, die Denk- und Sichtweisen der Kinder zum Themengebiet „Umwelt“ zu erfassen. Wie nehmen Kinder Umweltzerstörungen wahr? Wen machen sie für die Misere verantwortlich und wo sehen sie eigene Handlungsmöglichkeiten?

Anzumerken ist noch, dass an der gesamten Untersuchung drei Studenten des Faches Sachunterricht als Wissenschaftliche Hilfskräfte mitwirkten. Dies waren: Cathrin Brenner, Barbara Klenk und Ricky Stahl.

Das Teilprojekt ist inzwischen abgeschlossen, an der Veröffentlichung wird derzeit gearbeitet.

 

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